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Murphy in Schmidt, JO30FQ DF3KV, Okt 2007 Marconi Contest 1987 Der Contest zählte wohl auch für die R25 CM. Ich habe bei Rosenkranz in Darmstadt eine ITT Endstufe gekauft, mit 4CX250, die muss getestet werden. Mai Contest in Sindorf von zu Hause, nicht berauschend. Ich rufe den Eifelschreck an. Willi, DL2KAL macht im Marconi nicht mit, ich kann nach Schmidt! Alles in den Wohnwagen und ab nach Schmidt, Fahrtzeit mit Wohnwagen keine Stunde. Aufbau klappt prima, Station funktioniert, 2×10 Element Konni auf SM17 aufgebaut. Kurz vor Contestbeginn, Superbedingungen, alles voll Polen! Das lässt sich gut an und es läuft wie geschmiert, auch ein UA6er kommt ins Log. Doch plötzlich, nach etwas über zwei Stunden, kein Empfang, hohes SWR. Was ist los? Das RK500 Koaxrelais ist abgebrutztelt. Ist mit 500W angegeben, die PA macht nur 400W ! Nun ist guter Rat teuer, aber es hilft nichts, ich muss ein Ersatzrelais holen. Verlasse den Wohnwagen, herrlicher Sonnenuntergang über dem Hochplateau, kein Wölkchen am Himmel, Sicht bis zum Horizont. Aber was ist das ? Das sind Wolken unter mir bis zum Horizont! Ich fahre los und gerate in die totale Waschküche, wenns hoch kommt zwanzig Meter Sicht. Vorsichtig sehe ich zu das ich die Serpentinen heile nach Nideggen runter komme. Das klappt aber der Nebel wird keineswegs lichter. Nach 3 Stunden Fahrtzeit bin ich in Sindorf, schnappe mir ein weiteres RK500 und mache mich sofort auf den Rückweg. Immer noch Nebel, aber zum Glück lichtet er sich kurz vor Zülpich und ich kann etwas schneller fahren. Kein Nebel mehr in Nideggen und auch keine Wolkendecke mehr durch die ich fahren muss, nur noch wenige Wolkenfetzen auf dem Weg nach Schmidt. Relais getauscht, um 23:30 funktioniert wieder alles, leider sind die Bedingungen inzwischen auch wieder stink normal. Das Relais hält bis Contestende durch und 107000 Punkte sind trotzdem im Kasten, hat dann wohl noch zum 6. oder 7. Platz in EU gereicht

Peter, DF3KV

Mai Contest im Jahr 2000, DF3KV, Okt 2007 das Ergebnis soll für die Clubmeisterschaft L06 punkten.

Ich habe in dem Jahr QRL in Koblenz und zu Hause eine extrem schlechte UKW-Anlage. Rufe Joachim, DF1JM, an, ob ich mit nach Schmidt kann, um dort 2m zu machen. Joachim ist zu der Zeit in Urlaub und ich frage ob er eventuell den Kurbel mast ausborgt, damit ich den SM17 nicht mitnehmen muss. Geht klar, sein Sohn ist zu Hause und ich kann den Mast am Freitag vor dem Kontest abholen. Also bereite ich alles vor, packe Sonntag alles ins Auto was ich für denKontest meine zu brauchen und fahre anschliessend zu meinem Zimmer in der Nähe von Koblenz. Freitagnachmitag fahre ich von Koblenz nach Sindorf und hole den Mast ab, das klappte schon mal hervorragend. In Schmidt angekommen kurzer Klönschnack mit Gertrud bei einer Tasse Kaffee und ich will mit dem Aufbau des Mastes beginnen. Gertrud sagt ich kann nicht auf die grosse Wiese, 30m vom Haus, das gäbe Probleme mit dem Pächter. Mist, der Mast ist zu kurz um mit den Antennen über’s Haus zu kommen. Egal ich baue ihn rechts vom Wohnwagen neben dem Baum auf, geht halt nicht anders. 2×10 Element Konni sind auf dem Rotor montiert, alle Kabel dran, also kurbel ich den Mast hoch. Er ist etwa 7m hoch da macht es knacks, Windenseil gerissen, die Antennen 3m über Grund. Es ist fast dunkel, also nicht mehr viel zu machen, ich baue alles wieder ab. Franz, DL1KFS kommt vorbei um guten Abend zu sagen, ich erzähle von meinem Missgeschick. Er bietet mir an die Clubantenne zu benutzen, eine 2M5WL, die 10m lange Antenne von M-Square, für Conteste eigentlich wegen des schmalen Öffnungswinkels eigentlich unbrauchbar. Ich nehme das Angebot trotzdem gerne an, aber Franz erklärt mir, dass in der Ableitung ein Vorverstärker eingeschleift ist, der nur 200W aushält, ich dürfe ihn aber ausbauen wenn ich möchte. Inzwischen ist es duster und ich mache es mir im Bully gemütlich, lese etwas und schlafe bis morgens um 09:00. Einen Gurt habe ich natürlich nicht dabei und klettere am Tower hoch um den Vorverstärker auszubauen. Alles wunderbar mehrfach mit selbstklebenden Wickelband und ein paar Lagen Isolierband abgedichtet, kein Messer dabei, ein Küchenmesser bei Gertud geliehen. Nach einer Stunde ist der Vorverstärker raus und ich nehme mein 1/2“ Cellflex mit hoch, zum Glück ein N Doppelweibchen dabei und bin fast an der Antenne mit meinem Kabel. Nach und nach hoch bringe ich meine Utensilien in den Wohnwagen und baue die Station auf. Zum Glück wurde inzwischen etwas an der Elektrik getan und ich muss nicht mehr ins Haus um den Sicherungsautomat mit einem stärkeren zu überbrücken. Inzwischen ist es nach 14:00, der LT2S hängt am IC-740 und ich höre die ersten Stationen testen, Antenne funktioniert, Rotor auch. Ich verkabel den Rest der Station, HV-Netzteil und Endstufe sowie Relaissteuerung müssen noch angeschlossen werden. Oh Schreck, ein Kabel für die Verbindung zum Netzteil fehlt! Habe ich zu Hause aus unerklärlichen Gründen nicht mit eingepackt! Das Verbindungskabel hat auf jeder Seite einen „Gross Tuchel“, 5-polig mit Renkverschluss, den bekomme ich nirgendwo. Auf dem Kabel kommen die -130/40V Gittervorspannung der Relaisumschaltung für die RS1072 vom Netzteil. Das Schirmgitter der Röhre ist geerdet, also sitzen die -550V Schirmgitterspannung mit da drauf. Nun, da ich einmal hier bin arbeite ich eben mit kleiner Leistung, mit Treiber komme ich auf etwa 50W, mehr ist nicht drin. Ich mache mir erst mal einen Kaffee und rufe Markus an, dass von mir nicht allzu viel kommen wird. Irgendwie lässt mir das aber keine Ruhe und ich überlege wie ich die Spannung vom Netzteil in die PA bekomme. Im Auto habe ich etliche Meter CAT5 Computerkabel. Ich schraube die PA auf um an die Tuchelbuchse zu kommen (28 Schrauben) und löte das CAT Kabel von innen an die Buchse, ziehe das Kabel durch ein Lüftungsloch, das ich mit einem Schraubendreher etwas vergössere und verlöte das andere Ende direkt mit der Buchse im Netzteil. Zuschrauben, einschalten, alles funktioniert zum Glück. Der Contest läuft mittlerweile seit fast einer Stunde, ich habe die Antenne wie es sich gehört nach Norden und versuche noch eine freie Frequenz zu finden, was gar nicht so einfach ist. Es läuft recht gut, ich sitze bei 144.270 und habe erträgliches QRM. Nach einiger Zeit drehe ich die Antenne nach England und habe nur noch QRM. Ich mache mich auf die Suche und habe S- Meter Aschlag auf 144.210 von einer Station in JO30EM, also 20km entfernt. Ich überrede die Jungs auf 144.150 auszuweichen, mache qsy auf 144.400 und es geht mit guten Raten weiter. Die Antenne ist viel zu spitz, ich muss häufig drehen und habe jedesmal starke QRM Probleme durch andere Stationen in der Nähe meiner Frequenz, die meist erst nach einer halben Stunde geringer werden, dann ist die Richtung aber auch oft abgegrast und ich muss wieder drehen, so geht es dann eben mit dickem QRM weiter. 10 Jahre vorher war ich so etwas nicht gewohnt, nun haben wohl alle soviel Leistung. ;-).

In den Morgenstunden hole ich 30.000 Punkte in CW, meist Tschechen aber auch ein SM und zwei Engländer. Kurz nach Acht ist plötzlich der Empfänger tot, weniger Rauschen und ich ahne schlechtes. Wenige Minuten später heftiger Donner, ein Gewitter! Ich tausche den GasFet und mache weiter, nachdem das Gewitter sich verzogen hat. Um 10:00 tausche ich den nächsten Eingangstransistor und weiter geht’s. Gegen 12 wird es draussen rabenschwarz, beim drüberdrehen treffe ich auf Oliver und wir klönen kurz etwas wie es so läuft etc., er liegt etwas hinter mir. Ich bin zufrieden, dass ich doch nicht zu sehr zurück liege, als mitten im QSO der Wohnwagen wieder von Donner erschüttert wird, Oliver höre ich nicht mehr und ich habe keinen dritten Transistor. Zum Glück habe ich meinen IC-275 dabei und schliesse ihn an, hat aber gar keinen Zweck, das S-Meter geht nicht unter S9 durch Statik und Intermodulationen. Um kurz nach 13:00 sage ich Oliver Bescheid was los ist und das ich Schluss mache. Die Gewitter hören nicht mehr auf und ich packe alles zusammen. An Abbau meines Kabels und Rückbau des Vorverstärkers ist gar nicht zu denken, es regnet in Strömen und blitzt fast ständig. Gegen 18:00 kann ich endlich abbauen, trinke zwischendurch mit Gertrud Kaffee und spiele mit Chico.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen wie in früheren Zeiten aus Schmidt den Contest zu gewinnen, aber dank Murphy wurden es nur 137.000 Punkte und der sechste Platz.

Peter, DF3KV