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Mein erstes EME QSO mit V60EME am 11.10.2014 LOL

Ich habe immer schon Interesse gehabt, mal hinter die Kulissen eines EME-Spezialisten zu schauen und da hat mir Dithmar, DF7KF, angeboten mal dabei sein zu dürfen ! Dithmar wohnt nur 15km von mir entfernt und wir kennen uns schon seit vielen Jahren. Nur aufgrund unserer verschiedenartigen Interessen ist das nähere Kennenlernen dieser Betriebsart für mich bisher nicht zustande gekommen.

Dithmar funkt also meist auf 2m und meist in der Betriebsert JT65 über den Mond. Ich hatte mich schon ein wenig über die Betriebsart JT65 schau gemacht und kam nicht so ganz unvorbereitet bei DF7KF an. Er hat eine enorm große 2m Antennenanlage, die aus 8 Kreuzyagis mit je 14 Elementen besteht und natürlich grandgenau per Software horizontal und vertikal gesteuert werden kann. Jede Antenne ist über 10m lang ! Die Zuleitungskabel bestehen aus 7/8 Zoll Koaxkabeln und an den Antennen ist jeweils vertikal- und horizontal ein hochempfindlicher Vorverstärker montiert. Die Signale werden dann erst im Shack je nach Feldstärke horizontal, vertikal, zirkular oder +- 45 Grad zu den Empfängern ( 5 Stück !) geschaltet. Das Sendesignal wird durch eine BEKO Endstufe auf die gewünschte Leistung gebracht.

Hier erst einmal ein Bild der Antennenanlage von DF7KF (2m)

DF7KF 2m EME- Antenne Bild: DF7KF

Die EME Anlage ist eine der leistungsfähigsten in der Welt. Viele Diplome an den Wänden bestätigen dies. An diesem Wochenende war erstmals eine Station aus V6 (Micronesien) über den Mond qrv. Als ich ankam hatte Dithmar ihn natürlich schon lange im Log. JT65 ist eine Betriebsart, mit der man sich natürlich, wenn man ernsthaft EME machen will, auch beschäftigen muss. Es gibt viele vorbereitende Einstellungen, aber wenn man das erledigt hat, erscheint auf dem Computerdisplay zuerst einmal ein Wasserfalldiagramm. Die Computeruhr muss auf die Sekunde genau stimmen und dann kann es los gehen. Hören kann man bei JT65 wenig, aber schon Signale von -30db unter dem Rauschen kann das Programm dekodieren. Erst mal warten. Der Mond ging pünktlich um 18:01 UTC auf. Aber dann…. Sobald er über den Horizont schaute, war das Wasserfalldiagramm voller Signale. Vertikale Striche und Punkte in weiss. Die ganze Welt war also hinter dem V6 her ! Dann, vorher festgelegt, wird gehört, bzw. gesendet, jeweils genau 1 Minute lang.

V60EME rief CQ ! Das konnten wir einwandfrei dekodieren. Signal: -24dB ! Rufzeichen in den PC eingeben. Automatisch wird die eigene Sendung herausgegeben. V60EME DF1JM JO30. Fertig. Warten. V60EME antwortet schon im übernächsten Durchgang : DF1JM V60EME QJ96. Unser JT65 sagt: Feldstärke: -24dB. Nächter Zyklus: RR , = Roger = Bestätigung von DF1JM an V60EME dass alles O.K. ist. Fertig ist das QSO. Irgendwie faszinierend. Man hört nichts und trotzdem ist man mit dem anderen Ende der Welt irgendwie verbunden. Kurz danach hörten wir auch ZL2ADU CQ rufen. Beim ersten Anruf hatten wir (ich) auch diese Station im Log. Die QSL-Karte von ihm kam heute (24.10.2014) mit der Post.

zl2adu_1_eme.pdf

Ich muss zu meiner Schande gestehen: Nicht ich, sondern Dithmar und der PC haben die QSO`s unter meinem Rufzeichen zustande gebracht. Es hat mich fasziniert und Dithmar erzählte mir, dass schon Stationen mit einer 10 Element Antenne und 300 Watt HF, erfolgreich über den Mond arbeiten. Na dann! Danke an DF7KF und vielleicht versuch ich es mal von Schmidt aus. Dort haben wir 2 Stück 2m Yagis und 750 Watt ! Vielleicht hört mich ja Jemand.

Wasserfalldiagramm Programmoberfläche Bilder: DARC

Näheres zu JT65

https://www.darc.de/uploads/media/Digi-Mode_JT65_Vortrag_01.pdf